Der Gesundheitsbrief

von Dr. Dr. med. Thomas Beck

Ich könnte ja, wenn nicht…

Leider geht es jetzt im Augenblick nicht, weil…“
„Das ist nicht der richtige Zeitpunkt…“ „Im Frühjahr, dann…“
Wir halten uns gern solche Hintertürchen auf, wenn es um unbequeme Sachen geht. Das ist sehr menschlich und verständlich. Wer will schon auf einen Genuß verzichten, auf eine „Belohnung“ – nach dem Motto: das habe ich mir jetzt verdient! Ich „gönne“ mir jetzt was, das bisschen macht ja gar nichts aus.


Aber: wenn Sie jeden Tag eine Tafel Schokolade essen, dann gibt das in zehn Jahren 3650 Tafeln. Wenn Sie davon in der Woche nur 100 Gramm zunehmen, sind es in 10 Jahren ZWEIUNDFÜNFZIG Kilos
– Kleinvieh macht eben auch Mist!
Es kommt eben gerade auf die vielen kleinen Entscheidungen an, große Dinge sind selten wirklich plötzlich groß – das vermeintlich „Große“ ist immer aus sehr vielen „Kleinen“ zusammengesetzt.
Das gleiche gilt zum Beispiel auch beim Sparen: wer jeden Tag nur einen Euro zurücklegt hat in 10 Jahren 3650 Euro angespart (und die Zinsen kommen noch dazu!).
Wer sich zunächst aktiv entscheidet, dem fällt es von Mal zu Mal leichter, es stellt sich „Gewohnheit“ ein – ein Automatismus, ein Selbstläufer.
Gewohnheiten haben eine gehörige Durchschlagskraft (Momentum), wir können uns darauf verlassen.
Es gibt keinen idealen Zeitpunkt!
Fangen Sie jetzt an und es wird von Tag zu Tag leichter!
Sie nehmen Ihr Leben selbst in die Hand- jetzt!

4 Reaktionen zu “Ich könnte ja, wenn nicht…”

  1. Diätpillen

    Interessanter Artikel und da ich absoluter Schoko Junkie bin muss ich hier doch auch mal nen Kommentar loswerden….. Sicherlich ist es immer das schwerste den „Inneren Schweinehund“ zu überwinden und mit Abnehmen oder Diäten zu beginnen, aber wenns dann mall nen paar Tage ohne Schokolade geklappt hat, ist oftmals bereits der HEisshunger und das Verlangen auf Zucker stark gesunken….ich bin oftmals echt ueberrascht, wie einfach man sich „manipulieren“ laesst und die Zuckersucht dann in Griff bekommt. Neuerdings hab ich auch mal mit Diätpillen bzw. Appetitzüglern mein Glück versucht, doch letztlich ist das dann für viele nur ein „Freifahrtschein“ noch mehr ungesundes Zeug zu essen, da man meint mit einer Diätpille hab ich das schnell wieder im Griff ;-(

  2. beckdoc

    Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr!

    Ihr Kommentar gibt genau meine Einstellung wieder: wenn einmal der Stoffwechsel in Richtung Prae- Diabetes (Vor-Zucker) rutscht (was man an einem massiven „Süsshunger“ spürt), dann ist es nicht sinnvoll, mit „Diätpillen“ oder sonstigen Arzneimitteln dagegen an zu gehen.

    Der richtige biologische Weg ist es, durch eine Ernährungsumstellung die natürliche Empfindlichkeit der Zellen für Insulin wieder herzustellen- und das geht am Besten, indem man die entsprechenden Zucker weniger isst: also Kohlenhydrate reduzieren.

    Das fällt ein paar Tage schwer, wenn man das aber KONSEQUENT durchhält, wird es auf einmal ganz leicht (weil sich der Stoffwechsel umgestellt hat) und man erlebt- manche Menschen zum ersten Mal in Ihrem Leben(!), daß der Körper gar nicht mehr nach Süssem verlangt – und das ist für viele Menschen eine wirklich unglaubliche und befreiende Erfahrung!

    Guten Erfolg!

    Dr. Thomas Beck

  3. Lisa

    Mich demotiviert die Aussicht auf lebenslangen Verzicht auf Süßes eher. Da gönne ich mir lieber kontrolliert ein Stückchen Schokolade am Tag (aber eben wirklich nur eines) zum Mittagskaffee.

  4. beckdoc

    Liebe Lisa
    hier haben Sie an einen ganz wichtigen Punkt angerührt, der viele Menschen davon abhält, eine gesunde Ernährung tatsächlich umzusetzen.
    Das gibt mir eine gute Gelegenheit, das kurz zu erläutern:
    es geht NICHT darum, lebenslang auf Süsses zu verzichten! Das wäre lebensfeindlich und würde für viele Menschen wie Sie (und auch für mich) die Lebensqualität erheblich vermindern.
    NEIN: es geht darum zu erkennen, daß die ÜBERLADUNG unserer Alltagsernähung mit bestimmten Kohlenhydraten, also mit den Zuckern die schnell ins Blut gehen, daß diese Überladung dem Organismus wirklich schadet, sofern man dafür empfindlich ist. Die Empfindlichkeit erkennt man in der Regel selber darin, daß man einen imperativen Drang nach Süssem spürt und sich dann – wie unter Zwang – auf den Weg macht, etwas Süsses zu besorgen. Ruhe kehrt erst dann wieder ein, wenn das Süße konsumiert ist.
    Der Hintergrund liegt im zu starken oder plötzlichen Abfall des Blutzuckerspiegels, der einen Mangel der Energieversorgung des Gehirns bedeutet und das muß natürlich sofort beseitigt werden- durch Zufuhr von Süssem.
    Wenn man das kennt, also ich brauch immer was Süsses wenn ich…, dann besteht die Gefahr, daß man auf eine Zuckerkrankheit zugeht (latenter Diabetes mellitus – oder Prae-Diabetes).
    Spätestens jetzt wäre eine ordentliche Blutbilduntersuchung nötig mit der Bestimmung des Nüchternblutzuckers und (noch wichtiger) HbA1C – (der Lanzeit-blut-zuckerwert).
    mfg
    Dr Beck

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