Der Gesundheitsbrief

von Dr. Dr. med. Thomas Beck

Ein ganz normaler Abend

Es ist 20 Uhr: Felix (viereinhalb Jahre) schreit, weil Florian (zweieinhalb Jahre) ihm angeblich das gerade gebaute Legoauto weggenommen hat…

…Julius (neun Monate) schreit, weil er er rumgetragen werden will. Meine Frau schreit, weil Sie in der Nacht kaum schlafen konnte – Julius musste dreimal gestillt werden und Felix hatte einen schlechten Traum. Die Geräuschkulisse ist enorm, meine Ohren klingeln. Dabei hatte ich einen anstrengenden Tag und wollte es mir eigentlich nach dem Abendessen mit meiner Frau auf dem Sofa bequem machen. Seine Stimmung ist gereizt, jetzt will Felix einfach nicht ins Bad zum Zähneputzen: Er meint, zuerst müsse der Flori,
weil der ist jünger und damit als erster dran. Der Flori schreit: „böser Papa, blöder
Papa“, weil ich nun darauf bestehe, dass er dem Felix das Legoauto wieder gibt, dafür
muss aber der Felix sofort zum Zähneputzen.


Während Felix hochbefriedigt im Bad verschwindet, packe ich den Flori auf den Wickeltisch und verpasse ihm unter lautstarkem Protest eine neue Windel. Aus seinem Geheule wird übergangslos glucksendes glückseeliges Gelächter, als ich ihn am Bauch kitzele und an seinen Zehen knabbere. Felix ist jetzt im Bad fertig und tauscht den Platz auf dem Wickeltisch mit Flori, den ich in seinen Schlafsack stecke und ihm noch schnell eine warme Milch als Schlaftrunk mache. Wie er im Bett liegt und ich das Licht ausmache, bittet mich Felix, noch eine Gute-Nacht-Geschichte zu erzählen. Ich höre, wie meine Frau im Nebenzimmer Julius nach dem Stillen in sein Bettchen legt und plötzlich ist die
ganze Wohnung ruhig. Die Kinder sind eingeschlafen. Ich bringe Floris leeres Milchfläschchen in die Küche und will mich zu meiner Frau ins Wohnzimmer aufs Sofa setzen. Da sehe ich, dass Sie vor dem Fernseher eingeschlafen ist.

Buchtipp:
Steve Biddulph, „Jungen! Wie sie glücklich heranwachsen“,
Heyne-Verlag, 18,90 Euro.

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