Der Gesundheitsbrief

von Dr. Dr. med. Thomas Beck

Gesund durch den Winter

Jedes Jahr im Herbst kommt der Abschied vom Sommer mit seinen warmen Tagen und wir müssen uns körperlich und seelisch auf die kalte Jahreszeit einstellen.
Der Herbst ist also eine Jahreszeit des Übergangs, genauso wie der Frühling.

Ein Übergang (transition) ist immer eine besondere Sache: um für das Neue und Andere bereit zu sein, muß man das Vertraute, Gewohnte und Sichere verlassen. Das ist offensichtlich auch ein Grundprinzip des Lebens überhaupt: das Vertraute aufzugeben, um für Neues bereit zu werden. Insofern ist der Wechsel der Jahreszeiten immer auch ein Spiegelbild innerer Lebensprozesse.
Viele Menschen spüren das und stellen sich innerlich wie äußerlich auf den Winter ein.
Wenn der Sommer mit den vielfältigen Möglichkeiten der Entfaltung in der Natur eher für das „aktive Prinzip“ steht, so stellt der Winter den Gegenpol dar: Konzentration und Be-Sinnung auf das Wesentliche, auf die „inneren Dinge“.
Viele Menschen freuen sich auf die Kälte, wenn man nach einem schönen Spaziergang wieder ins Warme zurückkommt spürt man geradezu, wie die Lebensgeister geweckt wurden. Man trifft sich gern mit guten Freunden und wird vielleicht häuslicher.
Was bedeutet das nun aber konkret? Was kann man selber tun, was kann ein Arzt oder Heilpraktiker sinnvoller Weise machen?
Im Vordergrund steht das aktive Mittun bei der jahreszeitlichen Umstimmungsreaktion des Körpers. Also dem Stoffwechsel die Möglichkeit geben, zu arbeiten. Bei der Umstellung nicht zu stören, sondern aktiv mitzuwirken. Den Körper nicht belasten z.B. mit zuviel Essen, sondern auf vitaminreiche leichte Kost und ausreichend Bewegung achten. Belastungen verringern wie mit dem Rauchen aufhören und abends früher ins Bett. Ganz konkret: im Wochenablauf auch Ruhepausen einplanen und sich selber vielleicht etwas mehr Zeit gönnen. Bei Gelegenheit öfters mal bei einen Spaziergang im Herbstlaub die Änderungen in der Natur bewusst wahrnehmen.
Die Umstimmung kann man sehr gut mit den bewährten und bekannten Maßnahmen zur Abwehrstärkung (wie Sauna) unterstützen. Der Wechsel von Kalt und Heiß und die Wassergüsse regen das Immunsystem auf natürliche Weise an.
Wir können zur Stärkung der Immunkraft eine Serie von Eigenblutinjektionen durchführen, das ist günstig und dabei sehr effektiv. Bei dieser Behandlung werden ein paar Tropfen Blut mit einem Immunmodulator z.B. Echinacin vermischt und das Gemisch dann i.m. gespritzt. Eine andere sehr bewährte Methode ist die Behandlung mit Vitamin Ⅽ Injektionen, die eine ähnliche Wirkung haben wie das Eigenblut. Auch eine Herbstkur z.B. mit Organopeptide hat sich sehr bewährt, insbesondere wenn ein schleichender Kräfteverlust in der Lebensmitte spürbar wird.
Viele Menschen spüren auch, dass die Sonne schwächer und kürzer scheint und empfinden eine seelische Niedergeschlagenheit bis zu einer echten Winterdepression. Hier ist es sehr sinnvoll, sich möglichst mittags (stärkste Sonneneinstrahlung) zumindest für eine halbe Stunde im Freien zu bewegen. Manchmal kann man auch entsprechende Lichttherapiegeräte für den Hausgebrauch installieren.
Der Winter fordert die Lebenskräfte in besonderer Weise heraus, er ruft nach innerer Umstimmung und kann uns vitalisieren. Die ruhigere und dunklere Jahreszeit führt in die Tiefe und bereitet von dort her den Boden für das Neue, Kommende und Helle.

Einen Kommentar schreiben

• Copyright © 2019 • Der GesundheitsbriefWebmaster