Der Gesundheitsbrief

von Dr. Dr. med. Thomas Beck

Ayurveda – Ganzheitliches Wohlgefühl und langes Leben

In der weltweit ältesten Lebens‑ und Gesundheitslehre dreht sich alles um ein langes Leben in der Einheit von Körper, Geist und Seele unter Berücksichtigung des Lebensstils.

Ayus“ bedeutet Leben, „veda“ das Wis-sen, Ayurveda entstammt der vedischen Hochkultur Altindiens und gilt als „Mutter der Medizin“, die ältesten Schrif-ten im Sanskrit sind 5000 Jahre alt.

Die für das Überleben notwendige Funktions‑ bzw. Energieprinzipien (Doshas) bilden die Basis des Ayurveda: VATA – das Bewe-gungsprinzip, PITTA – das Feuerprinzip, KAPHA – das Strukturprinzip. Diese drei Doshas übernehmen im Körper jedes Menschen bestimmte Funktionen, wobei jeder Mensch seine individuelle Gewichtung von Vata, Pitta und Kapha hat. Dadurch werden seine körperlichen und geistigen Merkmale geprägt.
VATA ist zuständig für die Wachheit, Tren-nung von Nähr‑ und Abfallstoffen, Aus-scheidung und Atmung. PITTA für den Stoffwechsel, Verdauung, Sehkraft, Wär-meproduktion, Hunger und Durst, Intellekt und Elastizität. KAPHA schließlich für Stabilität, Kraft, Geduld, Nachsicht, Po-tenz, Geschmeidigkeit, Mut und Großzü-gigkeit. Der Mensch ist gesund, wenn sich die drei Prinzipien im individuellen Gleichgewicht befinden.
Die Doshas sind durch zahlreiche Faktoren beinflussbar. Dazu gehören die Jahreszei-ten, das Wetter und der Tagesrhythmus. Der Sommer hat Auswirkungen auf das Element Pitta, das sich durch die Wärme erhöht.
Der Ernährung kommt im Ayurveda ein besonders hoher Stellenwert zu, wobei nichts verboten, sondern eine ausgewogene und der Konstitution entsprechende Nah-rung empfohlen wird. Es werden alle sechs Geschmacksrichtungen berücksichtigt, also süß, sauer, salzig, scharf, bitter und zu-sammenziehend. Sie haben direkten Ein-fluss auf die Doshas, so verringert z.B. süß Pitta und Vata, erhöht jedoch Kapha.
Die richtige Ernährung hätte wenig Wert ohne einen gut funktionierenden Stoff-wechsel. Durch unverdaute Nahrung entstehen Stoffwechselgifte, genannt „Ama“, die zu Erkrankungen führen können.
Um einen einwandfreien Stoffwechsel zu gewährleisten, empfiehlt Ayurveda, zu viel
Nahrung. sowie degenerierte Lebensmittel (wie Dosennahrung) und zu spätes Essen zu vermeiden.
Die sogenannte „Königsbehandlung“ in der Ayurveda-Therapie ist die Pancha-karma-Kur. Hierbei handelt es sich um eine Reinigungs‑ und Verjüngungskur, welche in einer Kombination von äußeren und inneren Ölanwendungen, ayurvedischer Küche, Yoga und Meditationen ganzheitlich auf den menschlichen Organismus wirkt und Körper, Geist und Seele in harmonischen Einklang bringt.
In sanften Massagen mit warmen Ölen (Abhyanga) kommt es zu einem Zusam-menspiel von Massagetechnik und energetischen und medizinischen Eigenschaften der Öle. Eine entspannende und entschlackende Wirkung stellt sich ein und führt zu einem ganzheitlichen Wohlgefühl.

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